Neue Freihandelszone für Diamanten


Während Dubai und Indien neue Diamant-Handelszentren errichten, um so das entstandene Handels-Vakuum durch die US und EU-Sanktionen gegen Russland zu füllen, kämpfte Antwerpen in den letzten 2 Jahren einen harten Überlebenskampf in der Branche. Nun meldet sich das Antwerp World Diamond Centre (AWDC) zurück. Das AWDC erreichte eine Vereinbarung mit den USA über zollfreie Polierte Diamantenimporte. Natürliche Diamanten, die in der Europäischen Union poliert werden, unterliegen bei der Einfuhr in die USA rückwirkend zum 01. September 2025 nicht mehr den von Donald Trump verordneten US-Zöllen. Antwerpen exportiert jährlich 2,1 Milliarden US-Dollar an polierten Diamanten in die USA. 

Die Befreiung, die den Steuersatz von den vorherigen 15 % auf 0 % bringt, ist Teil einer Exekutivverordnung, die US-Präsident Donald Trump am 5. September erlassen hat, erfolgte seitens der USA nicht ganz freiwillig und liegt auch nicht beim „Verhandlungsgeschick“ der belgischen Abgesandten begründet, sondern in der Tatsache, dass die Menge in die USA gelieferten Diamanten nicht ausreicht, um die Nachfrage für die inländische US-Herstellung zu befriedigen. „Dies ist ein enormer Schub für die Antwerpener Diamantindustrie im Allgemeinen und wird dem Antwerpener Poliersektor einen erheblichen Aufschwung verleihen“, sagte Karen Rentmeesters, CEO des AWDC, aber ich proklamiere erhebliche Zweifel daran, denn…

…der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich verkündete am Sonntag, dass er einen Vorschlag für den Haushalt 2026 des Landes aufnehmen wird, um Israel zu einer Freihandelszone für Diamanten zu machen. Er kündigte den Schritt während eines Besuchs an der Tel Aviv Diamond Exchange beim Präsident der Israelischen Diamantenbörse (IDE), Nissim Zuaretz an, wie er selbst auf Instagram enthüllte.

Israel´s Finanzminister Bezalel Smotrich

Die Schaffung einer Freihandelszone hat „Vorteile, welche die Nachteile überwiegen“, sagte der Finanzminister gegenüber israelischen Nachrichtenagentur Globes, wie der Branchendienst Rapaport berichtet. Er räumte ein, dass Israel zwar Steuern verlieren würde, das daraus resultierende Ökosystem aber einen Beitrag zum Land leisten könnte, berichtet Leah Meirovich von Rapaport. Die Diamantindustrie in Tel Aviv ist eine der wichtigsten Komponenten der israelischen Wirtschaft. Bis zum Anstieg der High-Tech-Industrie war es eine der größten Exportindustrien Israels. Letztes Jahr machten Diamanten etwa 8 % der israelischen Exporte aus.

Der IDE-Chef sieht die Freihandelszone von Dubai als Modell, das Israel nachahmen kann. Diese Struktur würde eine vollständige Befreiung von Import- und Exportzöllen und Währungsbeschränkungen sowie von Personen- oder Körperschaftssteuern für Unternehmen umfassen, die in Israel tätig sind.

Die Israel Diamond Exchange

Die Tel Aviv Diamond Exchange, Israelische Diamantenbörse (hebräisch בּוּרְסַת הַיַּהֲלוֹמִים הַיִּשְׂרָאֵלִית Būrsat haJahalōmīm haJisrɛ̝ʾelīt), lokal bekannt als „Bursa“, ist der größte Diamantenhandelskomplex der Welt in Ramat Gan, nur wenige Minuten vom Zentrum von Tel Aviv entfernt. Die Börse gilt als zweitgrößte Diamantenbörse der Welt und befindet sich im Diamond Exchange District (hebräisch מִתְחַם הַבּוּרְסָה Mitcham haBursah, zu deutsch ‚Börsengebiet‘). Sie besteht aus einem Komplex von vier Gebäuden, die durch Brücken miteinander verbunden sind und exportiert etwa 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr, also circa 40%-50% der Diamanten der Welt!

Tel Aviv Diamond Exchange Komplex

Die israelische Diamantenindustrie wurde in den 1930er Jahren von europäischen Juden nach der Abschaffung der Einfuhrsteuern auf Rohdiamanten durch die britische Mandatsregierung gegründet. Erst in den 1960er Jahren wurde die Industrie mit dem ersten Handelsverband organisiert, aus der sich später die Tel Aviv Diamond Exchange entwickelte. In den folgenden Jahren wuchs die Branche schnell, wobei das Börsen-Territorium zu einem riesigen Vier-Türm-Komplex heranwuchs.

Der Komplex ist wie eine geheime und in sich geschlossene Welt, die vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen ist. Er umfasst über 1.500 Unternehmen, 3.000 Mitglieder und 15.000 Menschen, die im Zentrum arbeiten. Die Diamanten-Börse hat neben Schmuckunternehmen auch eigene Banken, Postämter, Verlader, Versicherer und vieles mehr. Die Öffentlichkeit darf die Gebäude nur in Begleitung eines Mitglieds der Börse betreten. Um hineinzukommen, muss man die Hochsicherheitskontrolle durchlaufen und jederzeit begleitet werden. Die „Bursa“ bleibt einzigartig in der Welt und alle Versuche, sie anderswo zu replizieren, sind bisher gescheitert. Dies ist der großen Anzahl von angesehenen Unternehmen, der extrem hohen Sicherheit und dem starken Image in der Welt zu verdanken.

Die Unternehmen der Tel Aviv Diamond Exchange kaufen Rohdiamanten von Minen auf der ganzen Welt und schneiden und polieren sie in Vorbereitung auf den Verkauf, fast vollständig für den Export. Dies macht die Tel Aviv Diamond Exchange zu einem sehr wichtigen Punkt auf der Vermögens-Karte der Welt. Infolgedessen fahren Händler von den meisten großen Juwelieren der Welt regelmäßig nach Tel Aviv, um neue Steine zu kaufen. Dies ist jedoch kein Kauf wie in einem Juweliergeschäft, sondern der Kauf direkt von Händlern zu Großhandelspreisen.

Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Tel Aviv Diamond Exchange Webseite.

Ist das Vorhaben vom israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich nunmehr erfolgreich, wird Israel mit Tel Aviv noch mehr Gewicht und Macht im internationalen Diamanten-Handel bekommen. Ob die älteste und bedeutendste Diamantenbörse in Antwerpen dem etwas entgegen zu setzen hat, bleibt offen, aber in Hinblick auf Mumbai in Indien und nunmehr Tel Aviv in Israel wird der Wettbewerb um den Diamantenhandel zunehmend zuungunsten des belgischen Standort ausfallen.

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