Oft werde ich gefragt, ab wann man „Reich“ ist und wieviel Geld man haben muss, um von einem Vermögensverwalter beraten werden zu können. Wie viel Geld man haben muss, um „reich“ zu sein ist eine Frage, die nicht nur viele Menschen beschäftigt, sondern auch Banken und Finanzberater, wenn man den Begriff „Reich“ rein monetär betrachtet. Schauen wir uns zuerst die aktuellen weltweit erfassten Zahlen an.
2023 ist das weltweite Nettovermögen wieder deutlich gestiegen, um vier Prozent auf 477 Milliarden US-Dollar. Die Aktiv- und Finanzvermögen (Bargeld, Kontoguthaben, Schuldverschreibungen, Aktien und Investmentfonds sowie Pensionen) legten dabei am stärksten zu und erhöhten sich um sieben Prozent auf 275 Milliarden US-Dollar, Sachwertvermögen (Immobilien, Edelmetalle und andere physische Anlagen) stiegen um zwei Prozent auf 262 Milliarden US-Dollar. Im Vermögens-Ranking hinter den Vereinigten Staaten folgen China (33 Milliarden USD), Japan (15 Milliarden USD) und Deutschland (9 Milliarden USD). Das sind Ergebnisse des BCG Global Wealth Report 2024 „The GenAI Era Unfolds„.

Die Superreichen „Ultra High Net Worth Individuals“ (UHNWI) besitzen jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar Finanzvermögen. Weltweit gibt es mittlerweile etwa 73.000, das sind 7.000 mehr als im Vorjahr. Die meisten davon, mehr als 26.000, leben in den USA, gefolgt von China (8.300) und Deutschland (3.300, plus 300 gegenüber dem Vorjahr). Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich (2.700), Indien (1.200) und Mexiko (850). Zusammengerechnet verfügt diese Gruppe der Superreichen über knapp 38 Milliarden US-Dollar Finanzvermögen und damit fast 14 Prozent des gesamten Finanzvermögens weltweit.
Die UHNWI in Deutschland besitzen knapp 2,1 Milliarden US-Dollar und damit 23 Prozent des gesamten Finanzvermögens, dass ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr und knapp neun Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt dieser Gruppe.
Die „Reichen“ Millionäre, werden als „High-Net-Worth-Individual“ (HNWI) bezeichnet und besitzen mehr als eine Million US-Dollar „liquides“ Barvermögen. Die Zahl dieser Dollarmillionäre wächst in Deutschland. Derzeit sind es circa 555.000 Menschen die mehr als eine Million US-Dollar Finanzvermögen besitzen und im vergangenen Jahr kamen etwa 30.000 dazu.
Dem gegenüber stehen 66,5 Millionen Deutsche, die weniger als 250.000 US-Dollar Finanzvermögen besitzen. Zusammengerechnet gehören dieser Gruppe 42 Prozent des gesamten Finanzvermögens im Land.
Das Wichtgste dabei…
Im Segment von einer bis fünf Millionen Euro Vermögen lag der Zuwachs etwa noch bei mehr als fünf Prozent, im größten Segment (0 bis 250.000 USD Finanzvermögen) lag er nur noch bei 1,5 Prozent Zuwachs und damit unter der Inflationsrate.
Kapitalkräftige Anleger erzielen also nachweislich höhere Renditen und Erträge, da sie einen besseren Zugang und Möglichkeiten haben, ihr Geld zu investieren, zum Beispiel in renditestarken Anlageklassen wie Private Equity, Diamanten und „Special Opportunities“. Weniger Vermögende setzen traditionell auf risikoärmere Anlageklassen wie Bankguthaben, Bargeld oder Versicherungen zulasten der Rendite setzen, da sie dass Prinzip des Geldes nicht kennen.

So lässt sich feststellen, dass je höher das Anfangsvermögen des Einzelnen war, desto höher waren auch die Zuwächse. In Deutschland zum Beispiel erhöhten sich die Finanzvermögen bei den Superreichen um mehr als 10 Prozent. Je niedriger in der Vermögenspyramide angesiedelt, desto niedriger auch der Vermögenszuwachs der Einzelnen, getreu dem Sprichwort; „Der Teufel scheisst immer auf den größten Haufen!“ Da ich mich seit 1992 mit vermögenden Menschen als „consiliarius“ (lateisch/deutsch: Berater) beschäftige, kann ich aus Erfahrung sagen, dass Geld immer von Unten nach Oben fließt! In der Vermögensberatung sollte das bedeuten, dass man diesem Weg folgen muss, um erfolgreich zu sein und die Mechanismen kennen sollte, wenn man es zu einem ausREICHenden Finanzvermögen bringen möchte.
Die Aussage von André Kostolany „Wer viel Geld hat, kann spekulieren, wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren, wer kein Geld hat, muss spekulieren!“ betont, dass man ausreichend Kapital benötigt, um erfolgreich zu spekulieren, und dass man nur Geld riskieren sollte, dessen Verlust man verkraften kann.
Ab diesem Kontostand gibt es mehr Extras bei der Bank
Banken haben da ihre eigene Definition von Reichtum entwickelt. Die Einteilung folgt einem klaren System: Dabei zählt nicht das Gesamtvermögen, sondern das frei verfügbare Kapital für Anlagen. Bereits ab einem liquiden Vermögen von 100.000 Euro stufen Banken ihre Kunden als „Affluent“, also „wohlhabend“ ein. Diese erste Kategorie reicht bis zu einer Million Euro. Wer diese Schwelle überschreitet, wird zum „High-Net-Worth-Individual“ (HNWI) und zählt bei den Banken bereits ab einer Million Euro als „reich“.
Doch sind Multimillionäre nicht die Lieblingskunden der Banken. Auch die „Superreichen“ stehen ebenfalls nicht ganz oben auf der Wunschliste der Banken. Der Grund liegt im Verhältnis zwischen Beratungsaufwand und erzielbaren Provisionen. Die besten Margen (Provisionen/Gewinne) erzielen die Banken mit „wohlhabenden“ Kunden, also denen mit einem Vermögen zwischen 100.000 und einer Million Euro, denn hier lassen sich in weiten Teilen digitale Prozesse und Standard-Produkte mit hohen Provisionen für die Bank einsetzen. Der Konkurrenzkampf um diese attraktiven Bankkunden, ist daher der Markt mit ‚Affluents‘ und heiß umkämpft. Neben traditionellen Banken drängen zunehmend international Finanzdienstleister, insbesondere aus der Schweiz und Liechtenstein, England und den USA in diesen Markt.

Ab einer Million Euro steigt der Beratungsaufwand deutlich an, da diese Kundinnen und Kunden komplexere Anforderungen und Ansprüche an ihre Beratung haben. Die Erstellung einer individuellen, maßgeschneiderten Finanzplanung bleibt „reichen“ und „superreichen“ Menschen vorbehalten, welche dann auch meist von Vermögensverwaltern, Privatbanken und speziellen „Family Office“ betreut werden.
Dieses Einkommen definiert dich offiziell als reich
Doch auch wenn man noch keine Millionen hat und auch das Erbe und der Lottogewinn nicht zu den ersten 100.000 geführt hat, gilt es nicht aufzugeben, da auch das Einkommen für den Status „Reich“ zählt. „Als einkommensreich gilt, wer über ein im Vergleich zur Gesamtpopulation hohes Einkommen verfügt“, erklärt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Im Detail beruft man sich dabei auf das 200%- und 300%-Kriterium, die besagen: „Als einkommensreich gilt nach einer wissenschaftlichen Konvention, wer über mehr als das Doppelte bzw. Dreifache des Median der Nettoäquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung verfügt.“
In Einkommen gesprochen: Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) lag dieser Medianwert 2023 in Deutschland pro Kopf und jährlich bei 26.274 Euro, also bei 2.189,50 Euro monatlich. Damit sind Menschen die jeden Monat ein Nettoeinkommen von 4.379 Euro (200%) oder 6.568,50 Euro (300%) verdienen, nach den genannten Richtlinien reich.
Im Verteilungsreport vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) kommt man auf einen etwas anderen Grenzwert: „Die Schwelle lag laut MZ [Mikrozensus] im Jahr 2023 bei 4.158 Euro im Monat für einen Alleinstehenden. Verfügte eine Familie bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren im Jahr 2023 über ein monatliches Nettoeinkommen von mindestens 8.732 Euro, zählte sie zu den relativ einkommensreichen Haushalten.“ Hierbei handelt es sich um jährlich recht stabile Angaben. Der Anteil der Haushalte, die ein Nettoeinkommen oberhalb der amtlichen Einkommensreichtumsschwelle erzielen, ist seit Jahren nahezu unverändert um die 8 Prozent.
Das sind Erfolg-Reichsten Deutschen
Zu unterscheiden ist Reichtum an Einkommen und Reichtum an Vermögen. Großer finanzieller Wohlstand wird also nicht nur am Einkommen gemessen. Ein Großteil dieses Reichtums besteht beispielsweise aus Unternehmensbeteiligungen, Immobilien und anderen Vermögenswerten, die nicht regelmäßig liquidiert werden. Daher erhalten diese Menschen nicht unbedingt ein festes Einkommen pro Monat, sondern profitieren von Dividenden, Gewinnausschüttungen und Wertsteigerungen ihrer Investments.
Die genaue Höhe dieser Einkünfte variiert je nach Unternehmensgewinnen, Dividendenpolitik und individuellen finanziellen Entscheidungen. Öffentliche Informationen über die spezifischen monatlichen Einkünfte der reichsten Deutschen sind in der Regel nicht verfügbar, da solche Details oft privat gehalten werden. Es gibt aber eine aktuelle Liste des Manager Magazins, das die 500 reichsten Deutschen umfasst oder mit internationalem Bezug die FORBES.
Auf den ersten 25 Plätzen findest du diese Personen und Familien:
- Dieter Schwarz: 43,7 Milliarden Euro (Lidl, Kaufland)
- Familie Susanne Klatten und Stefan Quandt: 34,4 Milliarden Euro (BMW, Altana, SGL Carbon, BMZ Group, Avista Oil)
- Familie Merck: 33,8 Milliarden Euro (Merck)
- Familie Reimann: 31,3 Milliarden Euro (JAB Holding, Keurig Dr Pepper, Coty)
- Klaus-Michael Kühne: 29,0 Milliarden Euro (Kühne + Nagel, Hapag-Lloyd, Lufthansa, Flix, Brenntag)
- Familien Albrecht und Heister: 27,0 Milliarden Euro (Aldi Süd)
- Familie Henkel: 24,6 Milliarden Euro (Henkel)
- Familie Porsche: 19,3 Milliarden Euro (Porsche, Volkswagen)
- Familie Theo Albrecht junior und Familie Babette Albrecht: 18,9 Milliarden Euro (Aldi Nord, Trader Joe’s)
- Andreas von Bechtolsheim: 17,7 Milliarden Euro (Arista Networks, Sun Microsystems)
- Familie Hasso Plattner: 16,9 Milliarden Euro (SAP)
- Familie Dietmar Hopp: 15,1 Milliarden Euro (SAP, Dievini, CureVac)
- Familie Viessmann: 14,5 Milliarden Euro (Carrier Global, Encavis, Viessmann Climate Solutions)
- Familie Brenninkmeijer: 13,5 Milliarden Euro (Cofra, C&A)
- Familie Reinhold Würth: 13,1 Milliarden Euro (Würth-Gruppe, Liqui Moly, Internationales Bankhaus Bodensee)
- Familie Otto: 12,8 Milliarden Euro (Otto-Versand, ECE Group, About You, Paramount, Park Property)
- Familie Knauf: 11,8 Milliarden Euro (Knauf Gips)
- Andreas Strünkmann: 11,5 Milliarden Euro (Biontech, Hexal, Athos Service, Santo-Holding)
- Thomas Strünkmann: 11,5 Milliarden Euro (Biontech, Hexal, Athos Service, Santo-Holding)
- Familie von Siemens: 9,8 Milliarden Euro (Siemens)
- Familien Willi und Isolde Liebherr: 9,5 Milliarden Euro (Liebherr-International)
- Martin Klenk, Bastian Nominacher und Alexander Rinke: 8,7 Milliarden Euro (Celonis)
- Familie Jacobs: 8,3 Milliarden Euro (Barry Callebaut, Colosseum Dental Group, Adecco, Jacobs Suchard)
- Familie Rethmann: 8,0 Milliarden Euro (Rethmann-Gruppe)
- Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler: 7,7 Milliarden Euro (Schaeffler Technologies, Continental, Vitesco)

Abschliessend kann ich sagen, dass gerade das Einkommen wichtig ist, weil man mit den Jahrhunderte alten Millionärsregeln zum entsprechenden Erfolg, dem gewünschten Reichtum kommt, egal wie hoch dieses im Moment ist. Die erste Regel davon heißt:
„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“ – André Kostolany
Wenn Du wissen möchtest, wie DEIN WEG ZUM REICHTUM aussehen kann, schreibe mir oder kommentier hier unter diesem Beitrag.
Euer consiliarius
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[…] Die Anzahl der Millionäre in Deutschland wächst weiter. Im Jahr 2021 hatten gut 34.500 aller in Deutschland erfassten Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen Einkünfte von mindestens einer Million Euro, dass zeigen die aktuellen Zahlen aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts von Juni 2025, dass es 18 Prozent beziehungsweise knapp 5.200 Einkommensmillionäre mehr als im ersten Corona-Krisenjahr 2020 gibt. […]
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