Ein Unikat aus Brunei – Maserati Khamsin


Automobildesigner Marcello Gandini

Glauben Sie es oder nicht, aber unter diesem blauen Sportwagen mit dem am Ferrari-Design angelegten Heck und Bug sowie  eigenständigem Mittelteil verbirgt sich ein Maserati Khamsin. Wenn Sie ihn noch nie zuvor gesehen haben, liegt es nicht an Ihrem mangelnden Wissen, sondern dass dieses Auto wirklich einmalig ist.

Von Marcello Gandini entworfen, dem Vater des Lamborghini Miura, Lamborghini Countach und dem Lancia Stratos wie vielen Ikonen mehr, war der in homöopathischen Stückzahlen gebaute Maserati Khamsin einer der extravagantesten Sportwagen der 1970er Jahre. Nur die Königsfamilie von Brunei wünschte es noch exklusiver.

Maserati, ein Name der jeden Auto-Enthusiast ein kribbeln über die Haut fahren lässt, die Marke mit dem Dreizack, welche sich seit über 100 Jahren gegen alle Widrigkeiten behauptet hat. Die Reihe der Klassiker, welche Männer ins Schwärmen bringt ist lang. Die 60er-Jahre-Preziosen wie Ghibli, Sebring, Mexico und Mistral, dazu die nonkonformen Modelle Kyalami, Merak, Bora wie Indy und dann eben der Khamsin, der zu den seltensten Nachkriegs-Modellen von Maserati zählt. Der unglückliche Grand Tourer, der 1974 in Produktion ging und damit just zu dem Zeitpunkt, an dem der Preis für Rohöl als Folge der OPEC-Ölkrise um 300 Prozent angestiegen war.

So wurden nur 435 Exemplare der von damals noch bei Bertone Angestellten Designer Marcello Gandini gezeichneten Schönheit gebaut. Mit Keilform und Kammheck Linien, eine verglaste Heckpartie mit „schwebenden“ Rücklichtern zählt der nach einem arabischen Wüstenwind genannte Khamsin bis heute zu den begehrtesten Maser´s überhaupt. Das Frontmotor-Coupé war das letzte neu entwickelte Fahrzeug, für das Maserati technische Komponenten des neuen Besitzers Citroën nutzte; darunter hydraulische Systeme für Lenkung, Bremsen und Scheinwerfer. Während der 4,9-Liter-DOHC-V8 und der 2+2-sitzige Innenraum ihn zu einem schnellen, komfortablen und sogar praktischen Kilometerfresser machten. Man könnte also konstatieren, dass der Khamsin die italienische GT-Perfektion der Siebzigerjahre symbolisierte

…es sei denn, man wäre einer der autoverliebten Mitglieder des Königshauses von Brunei, dem es nicht reicht, nur exotische Autos und möglichst viele von ihnen zu besitzen, sie jedoch so exotisch zu machen, dass sonst niemand die Möglichkeit hatte, exakt das Gleiche zu besitzen. So entstand ein Einzelstück, der Extraklasse. 

Wie bei vielen Brunei Autos gibt es keine offiziellen Dokumente über den Zeitpunkt und die exakten Umfänge der durchgeführten Arbeiten. Die Familie wird solche Informationen nicht öffentlich machen. Aus Diskretionserwägungen wurden viele Autos in Neuseeland Restauriert oder wie in diesem Fall Modifiziert. Dieser Khamsin bekam einen modernen Holden-V8 wie ein Automatikgetriebe und scheint infolge der höheren Leistung zahlreiche weitere Upgrades erhalten zu haben. Die Karosserieänderungen sind viel mehr als nur ein angepappter Body-Kit, sondern die Arbeit von vielen Stunden Handarbeit.

Jeder, der gewillt ist, sich mit dieser Optik und einem Schätzpreis von lediglich 76.000 bis 85.000 Pfund Sterling anzufreunden, ist mit einer Laufleistung von unter 32.000 Kilometern, einem unverwüstlichen V8 und einer sanften, modernen wie zuverlässigen Automatik unter der Haube dabei, in genau jene Rolle zu schlüpfen, die einst dem Khamsin zugedacht war: ein Grand Tourer der klassischer Schule.

Fotos: Rob Cooper für Classic Driver © 2020

Quelle: Bruneis Königsfamilie verwandelte diesen Maserati Khamsin in einen Hot Rod | Classic Driver Magazine

Starten wir die Motoren, Gentleman,

Euer consiliarius

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