VORSICHT – REICHSBÜRGER


Der gescheiterte Kanzlerkandidat Martin Schulz wird zum „Reichsbürger“!?

Am 19. Oktober 2016 geht ein „Aufschrei des Entsetzens“ durch die Medien. Bei der angesetzten Hausdurchsuchung wegen Waffenbesitzes hatte der „Reichsbürger“ auf einen Polizisten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) geschossen. Ein 32 Jahre alter Beamter wurde dabei getötet, zwei Weitere wurden verletzt.

Der Bewegung werden vom Bundesamt für Verfassungsschutz mehr als 12.000 Menschen zugerechnet, bei etwa 700 von ihnen handele es sich um Extremisten. Der Präsident des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, warnte vor der Bewegung. Seit November 2016 beobachtet der Bundesverfassungsschutz die Reichsbürger nun, vorher stand die Bewegung lediglich bei einigen Landesämtern auf der Beobachtungsliste.

Wie im Juni 2017 medial angekündigt, wird nun der „Reichsbürger“ und mutmaßliche „Mörder“ des Polizisten sich im August 2017 vor Gericht verantworten sollen. Während im Juli 2017 dann Razzien gegen vermutliche „Reichsbürger“ stattfinden, stellt man im Oktober 2017 dann erstaunt fest, dass es doch mehr „Reichsbürger“ gibt, als angenommen.

Am 15. Dezember 2017 kam es dann still und heimlich, OHNE jegliche Medienarbeit, Hinweise oder Veröffentlichung zur Mitgliedschaft des erfolglosem Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz zu dessen Beitritt in den „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ Verein. Lediglich die linke VORWÄRTS – machte eine in den Medien unveröffentlichte Mitteilung auf ihrer Webseite.

Zu diesem Zeitpunkt musste Martin Schulz also klar gewesen sein, dass es ein politisches Problem mit den sogenannten „Reichsbürgern“ gab und er müsste nach seiner sehr langen linksgerichteten, „antifaschistischen“ Politiker-Karriere sich über die Bedeutung solcher Namen und Symbole im Klaren gewesen sein. Um so mehr erstaunt dieser Beitritt in einen Verein, auf dessen Hintergrund ich kurz eingehen möchte.

Martin Schulz, Kanzlerkandidat SPD

Vieles an dem SPD-nahen Verein wirkt aus der Zeit gefallen um so erstaunlicher ist es, neben Martin Schulz in der etwa die Liste der Ehrenmitglieder das „who is who“ der SPD Männer: Helmut Schmidt, Hans Eichel, Kurt Beck, Franz Müntefering, Johannes Rau, Klaus Wowereit und viele mehr aus den Führungsriegen der SPD zu finden. Er befindet sich da wohl in „Bester Gesellschaft“?! Vor allem aber das Erscheinungsbild fällt auf. Es ist seit den 1920er Jahren unverändert: Adlerwappen auf Schwarz-Rot-Gold, dazu alte Frakturschrift.

Für die historische Erinnerungsarbeit mag das angemessen sein. Für die aktuelle Arbeit des Vereins bedeutet das mit schwarz-rot-goldenen „Reichsbanner“-Flaggen zu posieren, sowie damals in den 1930′ er Jahren.

Der Bundesvorstand des Reichsbanners Hörsing spricht vor dem Schloss in Berlin
Reichsbanner Bewegung 1932

Doch wer ist dieser REICHSBANNER Verein?

Als prodemokratische paramilitärische Organisation leitete sich Ihr Name von der 1919 verabschiedeten Flagge Deutschlands ab, deren Farben mit der Weimarer Republik und dem liberalen deutschen Nationalismus in Verbindung gebracht wurden. Die sozialdemokratischen Führer, vor allem Otto Hörsing, versuchten, die radikalisierten politischen Gruppen zu einer paramilitärischen Organisation zu konsolidieren, die die Anhänger der Weimarer Republik vereint.

Am 16. Dezember 1931 bildeten der Reichsbanner, der Arbeitergymnastik- und Sportverband (ATSB), der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) und die Sozialdemokratische Partei die Eiserne Front. Nach dem Verbot des Reichsbanners im März 1933 schlossen sich viele Mitglieder dem „Stahlhelm“ an, was zu einem Vorfall führte, bei dem eine Massenregistrierung in Braunschweig von den Nazis überfallen wurde, die sie den Stahlhelm-Putsch nannten. Wichtige ist diese Erwähnung, weil hier das eigentliche Gedankengut der ehemaligen Reichsbanner-Mitglieder offensichtlich wird, beziehungsweise die verbindende Identität beider Organisationen.

Flagge und LOGO des Stahlhelm

Der Stahlhelm und die schwarz-weiß-rote Kaiserflagge waren zutiefst symbolisch für die Organisation und verkörperten ihre nationalistische und militaristische Identität. Der Helm, der sowohl als Name als auch als Emblem der Gruppe verwendet wurde, erinnerte an die Fronterfahrungen der Soldaten des Ersten Weltkriegs und symbolisierte Opfer, männliche Zähigkeit und die Einheit der Frontgemeinschaft – ein krasser Kontrast zur Parteipolitik und demokratischen Werte der Weimarer Republik, welche die Organisation verachtete. Die schwarz-weiß-rote Flagge des ehemaligen Deutschen Kaiserreichs, die anstelle des demokratischen schwarz-rot-golden Banners der Weimarer Republik verwendet wurde, symbolisierte die Treue zur imperialen Vergangenheit und die Ablehnung der republikanischen Regierung. Es diente als visuelle Erklärung der monarchistischen Loyalität und des nationalistischen Stolzes und widersetzte sich direkt der politischen Nachkriegsordnung.

Reichsbanner Jugend 1930

Nun habe ich den Bogen weit gespannt und ende hier mit dem geschichtlichen Ausflug, um auf den Anfang zu kommen. Während sich der REICHSbanner Verein alle Mühe gibt, ein demokratisches Antlitz zu geben, stellt sich dennoch die Frage, warum man nach der Neugründung 1953 sich nicht einen anderen Namen gab oder zumindest auf die REICHS-Insignien verzichtete?! Man spielt klar und deutlich die REICHSZUGEHÖRIGKEIT in allen Symbolen aus und wenn eine AfD oder NPD oder irgend eine andere Partei in Deutschland so etwas verwenden würde, wäre der mediale Aufschrei riesengroß und der „Verfassungsschutz“ würde aktiv werden!

Ich behaupte daher, dass man Mitglieder dieser LINKEN OrganisationReichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ mit guter Überzeugung als REICHSBÜRGER bezeichnen darf, denn das Gedankengut wurde spätestens beim Überlaufen der Reichsbanner Mitglieder zum „Der Stahlhelm“ deutlich! Wer sich heute noch für so etwas einspannen lässt, dessen demokratische Gesinnung muss ich anzweifeln dürfen…

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Veröffentlicht in Menschen, Politik

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